Hallo ihr Lieben,
heute morgen sind wir früher in Neum los, um nach Mostar und später nach Sarajevo zu kommen, da wir wegen den Erdrutschen und Überschwemmungen einen Umweg von 150 Kilometern auf Landstraßen in Kauf nehmen mussten. Deswegen bin ich gestern zeitig zu Bett gegangen und habe noch ein schönes Panormabild von meinem Balkon aus aufgenommen. In Mostar hatten wir eine patente Reiseleiterin, Maja, die uns durch katholische und orthodoxen Kirchen, muslimische Moscheen und Gässchen führte. Im Krieg bekämpften sich hier Brüder und Schwestern, nämlich Bosnier, Serben und Kroaten, man kann bis heute viele Einschusslöcher sehen. Auch die berühmte Brücke, von der Einheimische seit Generationen aus 21 Metern Höhe ins zehn Grad kalte Wasser gegen Geld springen, wurde damals zerstört. Erst 1995 bis 2004 wurde sie wieder aufgebaut, zum Teil mit Originalsteinen aus dem Fluss. Ursprünglich hatte die Steinbrücke, die vorher aus Holz war, ein Architekt des Sultans (Hajrudin) im Jahr 1566 erbaut und zur Verstärkung die Steine mit Blei ausgegossen. Damals gehörte das Gebiet zum osmanischen Reich.
Heute gehört das Wahrzeichen der Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe, da die Brücke den muslimisch geprägten Ostteil der Stadt mit dem katholischen Westteil verbindet und damit ein Symbol für Versöhnung darstellt. Das Städtchen Mostar ist übrigens nicht nach dem serbokroatischen Wort „Most“ für Brücke benannt, sondern nach den osmanischen Brückenwächtern (arabisch: Mostar), die einen Obolus für die Überquerung verlangten.
Aber nun genug der Fakten: Mir hat das malerische Städtchen sehr gefallen, fast so gut wie Stari Bar in Montenegro, Ich habe dort bei einem Straßenhändler Salbeihonig und Olivenöl eingekauft sowie bei einem einheimischen Bäcker abseits der Touristenpfade ein bisschen Proviant für die lange Busfahrt: Mit Spinat und Schafskäse gefüllten Burek und Tee für meine Thermoskanne. Heute habe ich sie mir an einer Raststätte auffüllen lassen, weil die Fahrt so lang ist. Hier zahlt man übrigens mit der konvertiblen Mark im Verhältnis 1:2. Unterwegs konnte ich euch schon das Wichtigste vom Tag erzählen und wie ihr seht, funktioniert die neue eSim auch perfekt!
Bis Morgen, dann wieder aus Serbien,
eure Maggie
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