Donnerstag, 10. Oktober 2024

EINE REISE IST WIE EINE SCHATZTRUHE...

Hallo ihr Lieben
zum Abschluss habe ich mir einen besonderen Post für euch ausgedacht. Meine Bühne in den letzten zehn Tagen, den Balkan, kennt ihr schon. Jetzt lernt ihr die Menschen kennen, die mich am meisten auf dieser Reise geprägt haben, neben meiner Clique, mit der ich täglich unterwegs war. 
Bogdan, der Feldwebel: die größte Niete von Guide, die ich je erlebt habe. Er war um keine Ausrede verlegen, wenn etwas nicht klappte und das meiste klappte nicht. Er nahm sich auch die Freiheit, seine Gäste anzuschnauzen. Ich glaube nicht, dass er von jemanden Trinkgeld bekommen hat. Wir hätten Schmerzensgeld verdient.
Chunghee: Meine südkoreanische Mutter Teresa, deren Anwesenheit mich beruhigte und wir uns auch ohne großer Worte bestens verstanden haben. Sie hat mir den Mutter Teresa Orden verliehen und mir eine geweihte silberne Madonna geschenkt, vor allem aber Frieden.
Mechthild und Gerhard: das perfekte Match, seit 45 Jahren verheiratet, keine Kinder, sie ist klein und zierlich, einfach Mädchen geblieben und er ist ihr Beschützer, ihr Held. Sie haben mir ein Glücksarmband geschenkt, von allem aber den Glauben an die Liebe.
Lothar: die Gelassenheit in Person. Als siebenfacher Großvater ist er Trubel gewohnt und da sein Koffer bis heute nicht im Urlaub angekommen ist, hat es sich einfach jeden Tag ein frisches Oberteil, Unterwäsche und Socken gekauft. Er besitzt daher eine einzigartige Balkan Herrenkollektion. Von ihm habe ich Gelassenheit gelernt.
Christine: das Wunder von Antwerpen. Vor 15 Jahren saß sie noch im Rollstuhl, vor 9 Jahren startete dank neuer Ärzte und Medikamente ihre Auferstehung, seit zwei Jahren kann die Belgierin nun wieder selbständig gehen. Für sie war ich das Orakel vom Balkan, da meine Wettervorhersagen immer stimmten. Sie schenkte mir eine seltene Euromünze, vor allem aber ihr Vertrauen.
Bersim: die Überlebende: Sie verlor früh zwei ihrer Geschwister und war der einzige Trost für ihre Eltern, aber das Herz ihrer Mutter war gebrochen, sodass sie keine Liebe von ihr bekam. Sie gab mir einen Anhänger als Glücksbringer und teilte mit mir das Geheimnis von der Kunst des Verzeihens.
Holger: der pragmatische Menschenretter. Er nahm mit Mitte dreißig drei Teenager aus Syrien und dem Iran bei sich auf, gab ihnen ein Dach über dem Kopf und zu essen, kümmerte sich und deren Ausbildungen und Sprachkurse. Heute leben alle drei selbständig und er ist mit 52 Jahren vierfacher Opa;-) Von ihm habe ich Küsschen und ein schönes Tatttoo zu lesen bekommen, vor allem den Rat, einfach meinem Instinkt zu folgen.
So nun kennt ihr meine Schätze, die ich auf dieser Reise gesammelt habe. Ich kehre wieder reich beschenkt nach Hause zurück und habe nun 80 Länder auf der Welt besucht. Gleich läuft der ICE in Stuttgart ein, deswegen verabschiede ich mich jetzt von euch,
Bis zum nächsten Mal:-)
eure Maggie














Mittwoch, 9. Oktober 2024

SARAJEVO - GEGENSÄTZE, DIE SICH ANZIEHEN

Hallo ihr Lieben,
morgens stand ich gerade am Frühstücksbüffet an, als mein Hals von hinten mit zwei Küsschen zärtlich begrüßt wurde - sie kamen von Sonnenschein Holger. Ein perfekter Start in den Tag nach einer üblen Nacht im schlechtesten Hotel während der ganzen Reise;-).
Dann ging das Sightseeing in Sarajevo los und das erste, was wir zu sehen bekamen, waren die sozialistischen Plattenbauten der Vorstadt, ganz ähnlich wie in Oberschlesien früher. Das krasse Gegenteil erwartete uns am Rathaus, das im maurischen Stil erbaut wurde - genauer gesagt zurzeit der österreichisch-ungarischen Besetzung (1896), wo es als Symbol des Zusammentreffens der Weltkulturen diente. Witzig ist auch das so genannte kleine „Trotzhaus“, dessen Besitzer sein Land für den Bau des Rathauses verkaufte, aber nicht sein Haus, So musste es dann Ziegel für Ziegel abgebaut und auf der anderen Seite wieder aufgebaut werden:-).
Des Weiteren waren wir wieder auf den Spuren der Osmanen unterwegs, die hier nicht nur die erste öffentliche Toilette installierten, sondern auch eine Karawanserei wie in Usbekistan, also eine Art Hotel, wo Händler zugleich übernachten und ihre Ware verkaufen konnten. Sie bewiesen sich auch als findige Ingenieure: Sie bauten eine Schule mit jeweils einem Kamin pro Klassenzimmer, was ein sehr effizienter Gedanke damals war, da man pro Raum heizen konnte. Was gab es hier noch? Mehr Tauben als Touristen, eine Stippvisite beim Papst Johannes Paul II, aber natürlich auch das berühmte Attentat auf den Erzherzog Ferdinand, der 1914 von eine damals minderjährigen bosnischen Aktivisten Gaverilo Princip ermordet wurde. Und was noch? Den besten Burek, den ich auf meiner Reise gegessen habe. Ich habe einen Tipp von einer Einheimischen bekommen und musste ein bisschen anstehen, aber das hat sich gelohnt: Er wurde nach Gewicht verkauft und das kleine Lokal war gerammelt voll. Nun fahren wir wieder stundenlang in Richtung Serbien, kommen heute Abend dann in Belgrad an, ab wo dann morgen am Spätnachmittag der Flieger nach Frankfurt geht. Eingecheckt habe ich eben schon, ihr wisst ja: Dank der eSim;-)
Alles Liebe
eure Maggie


















Dienstag, 8. Oktober 2024

MOSTAR - EINE BRÜCKE, DIE TRÄGT UND VERBINDET

Hallo ihr Lieben,
heute morgen sind wir früher in Neum los, um nach Mostar und später nach Sarajevo zu kommen, da wir wegen den Erdrutschen und Überschwemmungen einen Umweg von 150 Kilometern auf Landstraßen in Kauf nehmen mussten. Deswegen bin ich gestern zeitig zu Bett gegangen und habe noch ein schönes Panormabild von meinem Balkon aus aufgenommen. In Mostar hatten wir eine patente Reiseleiterin, Maja, die uns durch katholische und orthodoxen Kirchen, muslimische Moscheen und Gässchen führte. Im Krieg bekämpften sich hier Brüder und Schwestern, nämlich Bosnier, Serben und Kroaten, man kann bis heute viele Einschusslöcher sehen. Auch die berühmte Brücke, von der Einheimische seit Generationen aus 21 Metern Höhe ins zehn Grad kalte Wasser gegen Geld springen, wurde damals zerstört. Erst 1995 bis 2004 wurde sie wieder aufgebaut, zum Teil mit Originalsteinen aus dem Fluss. Ursprünglich hatte die Steinbrücke, die vorher aus Holz war, ein Architekt des Sultans (Hajrudin) im Jahr 1566 erbaut und zur Verstärkung die Steine mit Blei ausgegossen. Damals gehörte das Gebiet zum osmanischen Reich.
Heute gehört das Wahrzeichen der Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe, da die Brücke den muslimisch geprägten Ostteil der Stadt mit dem katholischen Westteil verbindet und damit ein Symbol für Versöhnung darstellt. Das Städtchen Mostar ist übrigens nicht nach dem serbokroatischen Wort „Most“ für Brücke benannt, sondern nach den osmanischen Brückenwächtern (arabisch: Mostar), die einen Obolus für die Überquerung verlangten.
Aber nun genug der Fakten: Mir hat das malerische Städtchen sehr gefallen, fast so gut wie Stari Bar in Montenegro, Ich habe dort bei einem Straßenhändler Salbeihonig und Olivenöl eingekauft sowie bei einem einheimischen Bäcker abseits der Touristenpfade ein bisschen Proviant für die lange Busfahrt: Mit Spinat und Schafskäse gefüllten Burek und Tee für meine Thermoskanne. Heute habe ich sie mir an einer Raststätte auffüllen lassen, weil die Fahrt so lang ist. Hier zahlt man übrigens mit der konvertiblen Mark im Verhältnis 1:2. Unterwegs konnte ich euch schon das Wichtigste vom Tag erzählen und wie ihr seht, funktioniert die neue eSim auch perfekt!
Bis Morgen, dann wieder aus Serbien,
eure Maggie























Montag, 7. Oktober 2024

DUBROVNIK - KURZER ZWISCHENSTOPP IN DER EU

Hallo ihr Lieben,
vielleicht habt ihr schon in den Nachrichten gehört: Kroatien und  Bosnien-Herzogowina sind von Überflutungen und Schlammlawinen betroffen, sodass wir heute etwas flexibler sein müssen, aber nicht mit Hilfe unseres Feldwebels Bogdan, sondern dank unseres Fahrers Slawe. Um nach Dubrvink zu kommen haben wir daher eine Fähre genommen und sind auch recht fix an der Grenze abgefertigt worden, um das UNESCO Weltkulturerbe zu besuchen. Von oben sieht die Perle der Adria wie eine schlafende Schönheit aus, aber in der Stadt bestimmt das Geld den Alltag. Massen von Touristen strömen hinein, mit festen Zeitfenstern für Busse und Kreuzfahrtschiffe - Stress pur!   Aber ich habe bei Sankt Blasius, dem Schutzpatron der Stadt, gebetet, dass meine Halsschmerzen verschwinden, denn er ist v.a. für den Halsbereich zuständig;-).
Hier erinnert nichts mehr an den Zauber aus meinen Kindheitstagen, denn die Stadt hatte ich schon als Jugendliche mit meinen Eltern und meinem Bruder besucht, ebenso mit meiner kroatischen Freundin Suzana vor zehn Jahren. Selbst in der Kathedrale Maria Himmelfahrt habe ich keine Ruhe gefunden, da sie gerade eine Baustelle beherbergt, nur am Hafen schien die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Seit der Verfilmung von Game of Thrones ist Dubrovnik eine Gelddruckmaschine, die Seele der Stadt wurde mitverkauft. Dank TripAdvisor habe ich in einer Nebengasse ein schattiges Plätzchen gefunden und kann gerade kurz durchatmen. Danach geht es weiter nach Neum in Bosnien-Herzogowina. Zuvor muss ich noch eine neue eSim installieren, sonst habe ich keinen Kontakt zur Außenwelt. Zwei eSim-Karten gleichzeitig auf meinem iPhone sind auch für mich eine digitale Herausforderung und zwei Grenzübergänge an einem Tag hatte ich auch noch nie auf meinen Reisen;-) Aber ihr wisst ja: Ich lerne immer gerne dazu!
Ich hoffe ihr hattet einen guten Start in die neue Woche, 
Herzliche Grüße,
eure Maggie




















EINE REISE IST WIE EINE SCHATZTRUHE...

Hallo ihr Lieben zum Abschluss habe ich mir einen besonderen Post für euch ausgedacht. Meine Bühne in den letzten zehn Tagen, den Balkan, k...